Epilog


Hallo Herr Mendweg, schön dass ich Sie hier zufällig in der Lounge treffe.
Wieso zufällig? Du sitzt doch die ganze Zeit auf meiner rechten Schulter!
*Räusper* Äh..ja..gut..darf ich Ihnen ein paar Fragen stellen?
Nein – ich hätte jetzt gerne meine Ruhe!
Danke! Herr Mendweg, sind Sie eigentlich schwachsinnig?
WAS?
Naja, Sie fahren da ständig tausende von Kilometern in der Gegend rum, lassen wochenlang Ihre Familie alleine und das alles, um so ein paar gelbe Maschinen zu verkaufen. Daher noch mal die Frage: sind Sie schwachsinnig?
Äääähhh…eigentlich nicht. Ich mache das doch gerne. Meistens.
Ich habe halt Spaß daran andere Menschen zu beraten, Lösungen zu erarbeiten und für meine Kollegen Arbeit und damit auch „Brot“ zu besorgen. Und ich kann ein Unternehmen mit prägen. Ist doch toll!

Ja klar…Mann…das ist kein Bewerbungsgespräch! Kann es sein dass Sie einfach zu neugierig sind was da draussen so alles passiert?
Naja…natürlich auch. Aber der eigentliche Reiz neben dem Beruflichen liegt im Gehen und Kommen.
Äh, bitte?
Naja, die Vorfreude auf das Verreisen und die Sehnsucht wieder nach Hause zu kommen sind sehr starke und dynamische Gefühle. Im Prinzip erlebe ich das jeden Tag, wenn ich die 89 Kilometer einfach in die Arbeit pendle. Eine kleine Reise. Meine Kollegen verstehen das wohl nicht, aber ich mag es (bis auf die finanzielle Seite des Pendelns bei der ich vor einem Jahr eine ziemlich negative Überraschung erlebt habe, die heute noch demotiviert).
Sie verreisen um wieder heimzukommen?
Jein – natürlich geniesse ich die Impressionen und besonderen Momente unterwegs, aber der Anfang und das Ende sind immer Höhepunkte.
OK, also sind Sie tatsächlich schwachsinnig – Danke fürs Gespräch!
Äääh gerne…

27 Antworten to “Epilog”

  1. Hundefreund Says:

    Hhhhmmmm, stellt sich da wer und seinen Job in Frage????

    Ich fand auch immer den Start und das Ende einer Reise am interessantesten, allerdings war ich nur im kleinen Radius von D unterwegs und wenn mal einige Wochen nichts anlag, wurde ich kribbelig! Irgendwie schon verrückt.

    Mein tägliches Pendeln (35KM einfach) waren für mich notwendig:
    morgens Vorabplanung des Tages, abends abspannen vom Stress und zu Hause ankommen ohne an den Job mehr zu denken! Genial! Tja irgendwie schon bekloppt?!

    • Ein wenig selbstkritische Betrachtung schadet nie, aber das ist keine Grundsatzdiskussion. Das Kribbeln kenne ich auch – genauso wie den „Vorbereitungs-“ und den „Abschalt-Effekt“ des Pendelns. Bekloppt? Vermutlich, aber es gibt Schlimmeres.

  2. und was soll ich sagen?? Die Anreise zu meinem Büro beträgt einfach ca. 40 Stufen. (So genau weiß ich das nicht, muss ich mal nachzählen!)

    Dafür fahre ich ab und an 20 Kilometer einfach in die große Stadt, meistens in die Pathologie, um traurige Fälle einigermaßen erträglich zu machen.
    Und die 20 Kilometer zurück helfen dann auch beim sortieren der Gedanken.

  3. Ich bewundere Ihr Engagement in diesem Bereich – mir wären da 20 Kilometer zum Verarbeiten zu wenig…

    Homeoffice ist schon toll, aber man vereinsamt auch irgendwo.

    • Danke.
      Die 20 Kilometer sind ja auch nur zur Vorverarbeitung, aber immerhin hilfreich. Und….man gewöhnt sich auch üner die Jahre, die traurigen Dinge ganz gut im Griff zu haben!

      zum Homeoffice: Du weisst doch, mit wem ich zusammenarbeite🙂 Von Einsamkeit keine Spur! ich wünschte mich manchmal mehr Ruhe!

  4. Der Epilog ist eine Schlussrede in Literatur und Rhetorik.
    Willst du uns was sagen???? :-O
    Wehe…

  5. Die Vermutung liegt sehr nahe, denn in meinem Leben gibt es nur ganz wenige Menschen die man als „normal“ bezeichnen könnte – zum Glück😉

  6. oh gerade bei Männern. Normale Frauen können ja wenigstens noch andere Reize haben😉

  7. Wer ist schon normal? Hat doch jeder seinen besonderen Knall. Ganz besonders hier unter uns *duckundweg*:mrgreen:

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