Yale

Der erste Tag hier drüben führt mich ins noch winterliche Connecticut und dort an New Haven vorbei. Eine Gelegenheit für einen kurzen Abstecher um sich eine der berühmtesten Universitäten der Welt anzusehen: Yale

1701 gegründet und mit einem stattlichen Stiftungskapital von 20 Mrd USD ausgestattet studieren hier ca. 11.500 junge Menschen. Unter den erfolgreichen Absolventen finden sich 19 Nobelpreisträger aus allen Disziplinen und berühmte Namen wie Samuel Morse, Tom Wolfe, Norman Foster, Elia Kazan, Paul Newman, Oliver Stone, Meryl Streep, Sigourney Weaver, Bill und Hillary Clinton, Vater und Sohn Bush und – man staune – Karl Carstens, der 5. Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland.

Recht bekannt ist auch noch die Studentenverbindung „Skull and Bones“, der nicht nur die beiden Bushs (und vorher der Opa) angehören sondern auch der damalige Gegenkandidat von G.W.Bush bei der Präsidentschaftswahl 2004, John Kerry. Die Verbindung ist immer wieder Ausgangspunkt für Verschwörungstheorien, da nicht nur 3 US Präsidenten (Taft und 2 x Bush) sondern auch sehr viele Politiker und Wirtschaftsmagnaten aus Ihren Reihen kamen und kommen. Aber was erwartet man eigentlich von einer Eliteuniversität? Viele Strassenkehrer?

Mythen wie der angebliche Besitz der Schädels von Indianerhäuptling Geronimo schmücken das Ganze noch nett aus. Tatsache ist, das Skulls and Bones mal wieder irgendwo den Amerikanischen Traum versinnbildlicht. Was sich heute als extrem erfolgreicher Geheimbund der Mächtigen zeigt, fing ursprünglich als Verbindung von fünfzehn Jünglingen an die nicht von der eigentlichen Studentenverbindung Yales  Phi Betta Kappa aufgenommen wurden. Gründungsmitglied war übrigens der spätere Justiz- und Kriegsminister Alphonso Taft. Sein Sohn William Howard Taft wurde 1908 zum 27. Präsident gewählt, Enkel und Urenkel waren Senatoren und der Ururenkel bis 2007 Governor von Ohio. William Howard Taft IV ist Berater der US Aussenministeriums dem ja Hillary Clinton vorsteht. Und so schliesst sich der Kreis.

Insgesamt scheint es Yale aber nicht so dolle zu gehen, denn 2010 war man im Times Ranking der besten Universitäten weltweit nur noch auf Platz 10 – im Vorjahr auf Platz 3. Wieviel dieses Ranking allerdings wert ist sei mal dahingestellt – auf den ersten 14 Plätzen finden sich 11 Amerikanische und 3 Englische Universitäten. Erst auf 15 taucht die ETH in Zürich auf – unter den besten 25 Universitäten der Welt finden sich 7 nichtamerikanische…

Und jetzt etwas Neugotik…

Das Gerücht das Harry Potter nicht tot ist, sondern hier Jura studiert kann ich übrigens leider nicht bestätigen:mrgreen:

11 Antworten to “Yale”

  1. dankeschön für den Bericht Herr Mendweg!
    Exakt heute vor 2 Jahren haben der Sohn und ich auch in New Haven übernachtet, direkt neben IKEA:-)

    Leider war das Wetter sooooo bescheiden, dass wir Yale nicht besucht haben.
    Steht fürs nächste Mal auf dem Plan.
    dafür kenne ich immerhin schon die Campi von Stanford und Berkeley:-)

  2. OK, damit koennen Sie sich den Besuch der Princeton University sparen (falls Sie da noch nicht waren oder gar selbst mal studiert haben – Merkt man, dass ich oefter mal in Fettnaepfchen getreten bin?😉 ). Sieht haargenauso aus. Und auch die Liste der Alumni ist aehnlich gewichtig, laesst man Brooke Shields mal weg.

    Frau Hirnwirr, dieser Fruehling war noch bescheidener als der vor 2 Jahren. Man hat erst seit 2 Tagen das Gefuehl, es wird langsam. Endlich kommen die ersten gruenen Spitzen an den Baeumen raus – und auch die Forsythien bluehen.

  3. Tja, über das Wetter sollten wir in der Tat nicht sprechen…
    Frau Anja, es ist verständlich dass Sie die Welt aus Frauenaugen sehen – aus der Männerperspektive muss ich ganz ehrlich sagen, dass mich gerade als junger Pubertant die Talente von Frau Shields sehr beeindruckt haben…
    Als Erwachsener muss ich sagen dass ich Ihr Respekt zolle, weil sie sich direkt mit dem kleinwüchsigen Oberscientologen Tom Cruise angelegt hat als der Schwachsinn zum Thema „Wochenbettdepressionen“ von sich gegeben hat.

  4. Hach wie geil…

    Wenn ich nochmal auf die Welt komme, würde ich auch gerne so ´ne Elite-Universität besuchen. Ist bestimmt cool.

    • Ich glaube das wirklich coole ist, dass Du danach die richtigen Leute kennst und sich Türen öffnen die sonst verschlossen bleiben würden.

      • DAS kommt noch dazu.
        Und ich wollte schon immer mal so ´nem elitären und geheimnisvollen Geheimbund angehören.😛

      • Oh jeh..da habe ich natürlich aus der Kindheit auch noch einen Dachschaden. Freimauernder Tempelritter Geheimbündler. Sich an geheimen Verstecken in dunkler Nacht treffen um geheime Geheimdinge zu tun. Naja, wahrscheinlich trinken die in Wirklichkeit dann auch nur Bier und ratschen über Fussball….:mrgreen:

      • Ist egal. Aber in einem geheimen Geheimbund im dunklen Versteck mit Bier über Fussball quatschen ist viiiiiiel cooler.😀

  5. Frau Mendweg Says:

    Ihr müsst Euch halt eine geheime Geheimsprache ausdenken (als Kind war man da doch sehr erfinderisch) und dann könnt ihr Euch ja geheim in den Blogkommentaren treffen und dann über Fußball schreiben😉 Muss sich halt nur jeder ein Bier neben den Apple stellen….

  6. Entschuldige bitte, aber das ist jetzt genau der Beweis warum man Frauen in geheimen Geheimbünden nur bei geheimen Aufnahmeritualen mitmachen lässt. Ein geheimer Geheimbund braucht ein geheimes Hauptquartier – vorzugsweise in einem geheimen dunklen Keller wo man sich geheim treffen kann. Sich online treffen und in Geheimsprache reden klingt für mich nach Mütterforum…:mrgreen:

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